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BLS Cargo gewinnt Swiss Logistics Award 2014

Ausgezeichnete Lösung: BLS Cargo fährt ohne Lokwechsel durch vier Länder. Der Swiss Logistics Award 2014 geht an BLS Cargo: Die Schweizer Privatbahn bietet seit knapp einem Jahr länderübergreifenden Schienengüterverkehr ohne Lokwechsel an. Mit dieser effizienten Lösung trägt sie dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene zu steigern und so die Verlagerung auf die Schiene auszubauen.

Lokwechsel an der Landesgrenze war gestern, zumindest für die Züge von BLS Cargo und ERS Railways. Dank Mehrsystemlokomotiven und einer cleveren Organisation fahren die Züge nun an sechs Tagen pro Woche in 21 Stunden Fahrzeit durchgängig von Rotterdam nach Melzo (Italien). Die Strecke liegt auf dem „Rhine-Alpine“-Korridor Rotterdam-Genua, der das höchste Transportvolumen in Europa aufweist. Bisher hatte die Schiene hier gegenüber der Strasse einen Nachteil, da die länderspezifischen Eigenheiten im Schienenverkehr wie beispielsweise die Stromspannung und Signalisation einen Halt – und damit einen Zeitverlust – an den Ländergrenzen erzwang. Für diesen Lokwechsel (inkl. Pufferzeit) waren zwischen 30 und 60 Minuten nötig. BLS Cargo muss diese Zeit nicht mehr aufwenden, da sie auf die Mehrsystemlokomotiven BR 186 DACHINL aus dem Hause Bombardier setzen. Die 18,9 Meter lange und 84,7 Tonnen schwere Lokomotive ist in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich, in Italien und den Niederlanden zugelassen.

Weniger Ressourcen, höhere Wettbewerbsfähigkeit
Die Mehrsystemlokomotive alleine macht den Erfolg des neuartigen Konzepts jedoch nicht aus: So wurde beispielsweise auch das Fahrplankonzept optimiert. Dafür musste BLS Cargo Trassen suchen und reservieren, die eine durchgängige Fahrt erlauben. Dies erforderte eine enge Abstimmung mit den Bahnpartnern sowie eine schriftliche Regelung der operativen Prozesse. Dank der effizienten Organisation mit allen beteiligten Partnern hat BLS Cargo den bisherigen Bedarf von sechs bis acht Lokomotiven auf vier Lokomotiven senken können. Diese legen ausserdem mit mehr als 1000 Kilometern pro Tag und pro Lok deutlich weitere Distanzen zurück als mit den bisherigen Einsatzkonzepten. Bei den Zügen handelt es sich um unbegleiteten kombinierten Verkehr. Sie transportieren vor allem Ladung, die in Rotterdam per Schiff ankommt und die von dort auf der Schiene bis nach Melzo reist.

Jury: BLS erhöht Wettbewerbsfähigkeit Schiene
Die Jury hob hervor, dass BLS Cargo mit dem Projekt „One locomotive, four countries“ einen Beitrag zur Erfüllung der EU-Ziele aus dem Jahr 2011 leistet und die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene gegenüber der Strasse erhöht. Die EU hat im März 2011 ein entsprechendes Weissbuch veröffentlicht, wonach bis 2030 30 Prozent des Strassengüterverkehrs über 300 km auf andere Verkehrsträger wie Eisenbahn- oder Schiffsverkehr verlagert werden. Bis 2050 soll der Anteil mehr als 50 Prozent betragen. „Diese Lösung vereint Nachhaltigkeit und grenzüberschreitende Logistikkonzepte. Sie ist ein Beweis für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz“, kommentierte Jury Präsident Hans-Rudolf Hauri die Wahl.

Der Swiss Logistics Award geht an ein Unternehmen für besondere Markt- und kundenorientierte Prozesslösungen, die mit ihrer Realisierung nachweislich einen überdurchschnittlichen Markterfolg eingeleitet haben. Der SLA ist der bedeutendste nationale Logistikpreis der Schweiz, der Gewinner und die Nominierten können an der Ausschreibung für den European Award for Logistics Excellence teilnehmen.

Katharina Birk

Pressemitteilung

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