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CO2-Einsparungen und funkende Uniformen

CO2- und Zeiteinsparungen dank cleverer Organisation und Fahrzeugen, funkende Uniformen und eine ausgeklügelte Plattform für die Beschaffung im Food-Bereich: Fünf innovative Projekte hat die Jury aus zahlreichen Eingaben für den Swiss Logistics Award 2014 nominiert. Mit dem SLA werden jedes Jahr Innovationen ausgezeichnet, die für die Schweizer Logistik Treiber des Fortschritts darstellen.

Die Spannbreite der eingegebenen Projekte reichte von Technologielösungen bis hin zu gesamtunternehmerischen Logistikkonzepten. Im Vordergrund standen Projekte mit Ziel CO2-Reduktion. Um für den Swiss Logistics Award nominiert zu werden, müssen die Projekte eine hohe Innovationskraft und gute Aussichten für wirtschaftlichen Erfolg aufweisen. Bei folgenden fünf Projekten sah die Jury diese Kriterien bestätigt (in alphabetischer Reihenfolge der einreichenden Unternehmen):

BLS Cargo AG: Ohne Wechsel durch vier Länder
Lokwechsel an der Landesgrenze war gestern, zumindest für die Züge von BLS Cargo und ERS Railways. Dank Mehrsystemlokomotiven und einer cleveren Organisation fahren die Züge nun in 21 Stunden Fahrzeit durchgängig von Rotterdam nach Melzo (Italien). Aufgrund der länderspezifischen Eigenheiten wie beispielsweise der Stromspannung war bisher an den Ländergrenzen ein Halt vonnöten, um Personal und Lok zu wechseln. Die dafür nötigen 30 bis 60 Minuten muss BLS Cargo nicht mehr aufwenden, den bisherigen Bedarf von sechs bis acht Lokomotiven konnte sie auf vier Lokomotiven senken. Diese legen ausserdem mit mehr als 1000 Kilometern pro Tag und pro Lok deutlich weitere Distanzen zurück als mit den bisherigen Einsatzkonzepten.

Coop Genossenschaft: CO2-neutral dank Elektro-LKW
Um die CO2-Emissionen im Warentransport zu reduzieren, setzt Coop für die Belieferung der Supermärkte im Grossraum Zürich auf Elektro-LKWs von E-Force One. Die 18-Tonnen-Fahrzeuge sind emissionsfrei und leise. Zudem benötigen sie nur einen Drittel der Energie eines herkömmlichen Diesel-LKWs. Im Unterschied dazu sind die Anschaffungskosten etwa doppelt so hoch, was die geringen Betriebskosten jedoch kompensieren.
Da die LKWs Frischprodukte transportieren, sind sie mit einer Kühlung ausgestattet. Um den erhöhten Stromverbrauch zu kompensieren und die Reichweite von rund 300 Kilometern aufrecht zu erhalten, ist eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Aufbaus installiert.

Feldschlösschen Getränke AG: Weniger ist mehr
Im Rahmen des Logistikgesamtkonzeptes setzt das Unternehmen Brauerei Feldschlösschen auf die Güterverlagerung von der Strasse auf die Schiene und auf den Einsatz von Elektronutzfahrzeugen. Im Zeitraum von 2008 bis 2013 konnten so 32 Prozent CO2 eingespart werden.
Im Mittelpunkt der Projekteingabe für den Swiss Logistics Award steht das Gesamtkonzept und die Vision der CO2 neutralen Logistik. Als Besonderheit wird der erste 18-Tonnen-Elektro-Lastenwagen der Schweiz in den Vordergrund gestellt. Seit September 2013 steht das Fahrzeug im Einsatz. Der leise und abgasfreie LKW wurde von der Firma E-Force One AG entwickelt. Der durchschnittliche Verbrauch des Elektro-LKWs liegt bei 83 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Das entspricht einem Dieselgegenwert von 8,4 Liter auf 100 Kilometer Die ETH-Zürich hat in einer Vergleichsstudie zwischen Diesel-LKW und Elektro-LKW eine bis zu fünffach höhere Energieeffizienz des Elektro-Lastwagens attestiert. Hinzu kommen die niedrigen Betriebskosten.

Identech AG: Wenn die Uniform funkt
Swiss Casinos Zürich setzt auf RFID (radio frequency identification), um den Austausch der Uniformen mit der Wäscherei Nevel Laundry Service effizienter zu gestalten. Jedes Kleidungsstück wird mit einem UHF-(Ultrahochfrequenz-)Transponder automatisch identifiziert. Die Vorteile von UHF: Grössere Lesedistanz und gleichzeitiges Lesen mehrerer Transponder. Die UHF-Leser können zudem in bestehende Türkonstruktionen integriert werden; spezielle Konstruktionen sind nicht nötig. Die Leser befinden sich am Warenein- und ausgang von Swiss Casinos und der Wäscherei. Sobald hier ein Kleidungsstück gelesen wird, erstellt das System automatisch einen Lieferschein bzw. eine Rechnung inkl. transparenter Abrechnung der Leistungen. Ausserdem erkennt das System den Standort des einzelnen Kleidungsstückes.

SV Group/Pistor AG: Rio bringt’s „schneller auf den Teller“
Dezentral zentralisiert: Das konnte die SV Group mit dem Projekt „Rio“ für die Beschaffung realisieren. Die Plattform „SV Pistor ONE“ nutzen sowohl die SV-Einkaufsabteilung als auch die Küchenchefs vor Ort, welche die Bestellungen tätigen. Der strategische Einkauf steuert so das Sortiment und schaltet die Warengruppen für die SV Betriebe frei. Diese bestellen die Artikel direkt über die Plattform. Ausserdem speisen die Produzenten Artikeldaten wie Allergene auf die Plattform ein. Die SV Restaurants können diese wiederrum abrufen und pro Menü ausweisen. Dank „Rio“ konnten die Umweltbelastungen durch die effiziente Logistik um 30 Prozent gesenkt, die Anlieferungen pro Woche und pro Betrieb halbiert und die Anzahl der Lieferanten verringert werden. Ausserdem wurde der administrative Aufwand reduziert.


Das Gewinner-Projekt wird an der Verleihung des Swiss Logistics Award vom 26. November 2014 im Kornhauskeller Bern ausgezeichnet. Bis dieses feststeht, wird die Jury aus dreizehn Vertretern der Schweizer Logistikbranche mit Sicherheit engagierte Diskussionen führen.

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