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Innovativ und erfolgreich

SLA 2017: Innovativ und erfolgreichDer 22. Swiss Logistics Award geht an die Post für ihre autonomen Transportdrohnen im Einsatz für das Gesundheitswesen. Für die logistische Meisterleistung, die hinter schwarz geräumten Nationalstrassen steckt, erhält der Winterdienst auf den Nationalstrassen den Public Award.

Ein kalter Novemberabend in Schönenwerd. Wir sind eingeladen zur Preisverleihung. Unser Weg führt uns ins Bally Haus. Hier gründete vor 166 Jahren Carl Franz Bally sein Unternehmen. Mit einer Idee fing alles an. Zurück aus Paris, wo er Schuhe für seine Frau gekauft hatte, war er fasziniert von der Idee, Lederschuhe aus allerfeinster Qualität herzustellen.

Pioniergeist und Innovation
Im gleichen Jahr, in dem Patek Philippe sein Unternehmen gründete, entstanden 1851 in der Kellerwerkstatt der Villa die ersten Schuhe. Die Modelle waren so erfolgreich, dass Franz Bally bereits nach drei Jahren seine erste Fabrik in der Stadt eröffnen konnte. Die Familie Bally erlangte durch Ausdauer, Geschick und vor allem durch Qualitätsbewusstsein grosse Bekanntheit. Bally ist das Vorzeigebeispiel der Schweizer Industrie und war damals geprägt von Pioniergeist. Schweizer Erfindungen haben die Welt revolutioniert. Die Liste der Innovationen reicht vom Reissverschluss über Cellophan-Folie und LCD-Anzeige bis zum Teer. Die Schweiz ist Weltspitze in Sachen Innovationen. Laut der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) belegt die Schweiz das sechste Jahr in Folge den Spitzenplatz. Auch die Schweizer Logistikbranche ist äusserst innovativ. Gleich sechs Gewinner des Swiss Logistics Award konnten in den letzten Jahren auch den European Logistics Award entgegennehmen.

Strasse frei für den Winterdienst
Im Bally Haus spürt man immer noch den damaligen Drang nach Aussergewöhnlichem. Es kommt also nicht von ungefähr, dass heute hier die Verleihung des 22. Swiss Logistics Award stattfindet, denn mit dem Preis zeichnet GS1 Schweiz jedes Jahr besonders innovative Leistungen entlang der Supply Chain aus. Punkt 19.00 Uhr hat das Warten und Spekulieren ein Ende. Mona Vetsch begrüsst die knapp 200 geladenen Gäste. Dann geht’s auch schon zur Sache. Die Moderatorin bittet den Jurypräsidenten, Hans Rudolf Hauri, auf die Bühne. Laut Hauri wurde die Jury dieses Jahr besonders gefordert, denn die Anzahl der Eingaben erreichte ein Rekordergebnis.

Logistik ist allgegenwärtig und begleitet uns auf Schritt und Tritt. Und damit auf den Strassen der Verkehr auch im Winter trotz Schneefall und Glätte rollt, braucht es eine funktionierende Logistik. Die Jury ehrt mit dem Swiss Logistics Public Award dieses Jahr den Winterdienst auf den Nationalstrassen und würdigt damit die grosse Herausforderung, die er aufgrund der unsichereren Planungsgrundlagen und des grossen Einsatzgebiets für die Beteiligten jedes Jahr bedeutet. Stellvertretend nehmen Pablo Julià, Bereichsleiter Betrieb, Bundesamt für Strassen (Astra), und Thomas Leuzinger, Leiter Betrieb und Winterdienst, NSNW AG, den Public Award mit grosser Freude entgegen.

Von Telefonzellen, Kinetik, Drohnen und Meilenlogistik
Nachdem sich die erste Freude gelegt hat, werden die vier für den Swiss Logistics Award nominierten Projekte in Kurzfilmen vorgestellt. Ins Rennen steigen autonome Drohnen für den Transport von Blutproben, kinetische Energie, die Lebensmittel kühlt, Telefonzellen als Multiservice-Stationen und die individuelle Paketlieferung auf der letzten Meile. Je ein Vertreter stellt sich den Fragen der charmanten Moderatorin. Anschliessend berichtet Renate Gröger Frehner, Mitglied der Spitallei- tung am Universitätsspital Zürich und Leiterin Betrieb, von den Erfahrungen als Neumitglied in der SLA-Jury. «Das Rennen war knapp, und eigentlich hätten zwei Projekte den Preis verdient.» Nun wird auf der Leinwand der TED eingeblendet. Alle sind gespannt, wie sich die Jury entschieden hat. Die Balken sind noch im Gleichlauf, zwei wachsen weiter: railCare und Post. Immer noch gleichauf. Und dann, ein knapper Vorsprung für die Post. Der Swiss Logistics Award geht an die autonomen Postdrohnen, die im Einsatz für das Gesundheitswesen unterwegs sind. Die beiden jungen Projektleiter von «Autonomous Delivery», Janick Mischler und Andrea Marrazzo, freuen sich riesig. Die Drohnen stellen den Austausch von Laborproben im Tessin sicher. Dafür hat auch das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) grünes Licht erteilt. Das Projekt ist eine Schweizer Premiere. Die Post übernimmt damit in Europa eine Pionierrolle in der Drohnenlogistik.

Jetzt folgen perfekt inszenierte, leckere kleine Speisen. Die Gäste werden verwöhnt, lassen sich inspirieren und von der guten Stimmung anstecken. Bis kurz vor 23.00 Uhr wird diskutiert, gelacht, geplaudert und geprostet. Dann schliessen sich die Türen. Fazit: Gewonnen haben nicht nur die Preisträger, sondern alle, die am Swiss Logistics Award 2017 teilgenommen haben. Hier geht's zu den Impressionen SLA 2017

Joachim Heldt

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