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Beschaffungsmanagement als Schlüsselfunktion

Beschaffungsmanagement als SchlüsselfunktionDie Nachfrage nach Gesamtdienstleistungen im internationalen OEMMarkt boomt. Mit einem integrierten Unternehmenskonzept von der Entwicklung innovativer Produkte über das Engineering und Contract Manufacturing bis zur zeitnahen Beschaffung der benötigten Komponenten lässt sich diese Nachfrage auch in der Schweiz befriedigen. Die Wattwiler CEKAtec AG hat sich aufgemacht, den Beweis dafür anzutreten, und offeriert interessierten OEMs ihre Dienste im Sinne eines OneStopShop.

(mhg) Voraussetzungen dafür wurden schon vor dem MBO geschaffen. So wurde bereits eine flexible, nach dem PullPrinzip gesteuerte Fliessfertigung eingerichtet, welche die Lagerbestände (Rohmaterial/Baugruppen) für die Montage reduziert. Ziel der dahinterstehenden KanbanPhilosophie ist es, die Wertschöpfungskette auf der Fertigungsstufe kostenoptimal zu steuern. Ab Ende 2011 werden gleichzeitig vier verschiedene HighendHaushaltsgeräte auf einer einzigen Fertigungsstrasse im MinutenTakt montiert. Ebenso flexibel werden die durch den Markt verursachten schwankenden Bedürfnisse eines renommierten europäischen Markenherstellers nach Elektrowerkzeugen befriedigt. Auch hier variieren die georderten Stückzahlen pro Jahr erheblich.
Die Herausforderung besteht in jedem Fall darin, kurzfristig, aber sicher auf die sich ändernden Auftragshöhen zu reagieren, ohne kostspielige Lager mit alternden Zwischenprodukten, Komponenten oder gar Fertigprodukten zu unterhalten.

Keine Chance ohne Partnerschaft
Bevor die weiteren strategischen Erfolgsfaktoren der CEKAtec wie ein erfahrenes Key-Account-Management, die besondere Entwicklungs- und Problemlösungskompetenz inkl. eindrücklichem Engineering Masterplanning, das vertiefte ApplikationsKnowhow oder das bewährte Kostenmanagement im OneStopShop effektiv genutzt werden können, musste das Beschaffungsmanagement neu organisiert und realisiert werden. Denn solange die Beschaffung nicht verlässlich und unverzüglich auf Bestellungsänderungen reagieren kann, wird die Idee des One-Stop-Shop eine Illusion bleiben.
Mit einer umfassenden Beschaffungspotenzialanalyse hat das Wattwiler Unternehmen mit Unterstützung der Inova Management AG dieses Projekt in Angriff genommen. Die Resultate der Analyse, die auf der Auswertung quantitativer, qualitativer sowie regionaler Kriterien beruhte, haben nicht nur das Optimierungspotenzial, das es zu nutzen gilt, transparent gemacht und quantifiziert, sondern auch die Stossrichtung der notwendigen Massnahmen geliefert. Ganz oben im Pflichtenheft des neuen Beschaffungsmanagements steht die Formulierung einer die Unternehmensstrategie unterstützenden Beschaffungsstrategie. Darin wiederum werden die Definition von strategischen Materialfeldern und die Überprüfung von Lieferantenportfolios gefordert sowie deren Beschränkung auf Bestin-Class-Teilnehmer auf den internationalen Beschaffungsmärkten – insbesondere im asiatischen Raum.

Lösung muss nachhaltig sein
Eine weitere Vorgabe im Pflichtenheft heisst Best-Value-Sourcing. Dabei mag es vordergründig darum gehen, Kriterien wie Bonität, Innovationsfähigkeit, Qualitäts und Lieferleistung der Lieferanten bei der Auswahl zu berücksichtigen. Am Schluss heisst das Ziel aber, zusammen mit Wertschöpfungspartnern die Wettbewerbsfähigkeit des One-Stop-Shop sowie die Wirtschaftlichkeit der gesamten Wertschöpfungskette und damit die Total Cost of Ownership (TCO) des Kunden nachhaltig positiv zu beeinflussen.
Das Konzept des Supply Chain Management setzt auf die Durchgängigkeit der gesamten Wertschöpfungskette. Im geschlossenen Kreislauf des One-Stop-Shop wird die gegenseitige Beeinflussung oder gar Abhängigkeit der einzelnen Arbeitsplätze voneinander besonders deutlich. Nur wenn sich Warenfluss und Informationsfluss friktionslos ergänzen, kann die Idee erfolgreich umgesetzt werden. Alle Mitarbeitenden im Unternehmen müssen sich dieser Tatsache bewusst sein und auch im Tagesgeschäft danach handeln. Informations, Werteund Warenfluss sind rundum vernetzt.

Vorbildfunktion inbegriffen
CEKAtec zeigt mit dem One-Stop-Shop, welche Bedingungen erfüllt sein sollten, um ein solches System erfolgreich zu betreiben. Das junge Unternehmen tritt den Beweis an, dass ein derartiges Konzept mit integriertem Contract Manufacturing und Beschaffungsmanagement in der Schweiz realisiert werden kann. Macht dies Schule, wird der Werkplatz Schweiz eine wichtige Aufwertung erfahren. Strategisch und operational optimierte OneStopShops werden das Interesse am Werkplatz und dessen Wettbewerbsfähigkeit steigern und qualifizierte Arbeitsplätze in der Schweiz halten, wenn nicht gar neue schaffen.

Markus H. Götz Partner Inova Management AG, Wollerau

 

Von der Idee zum fertigen Produkt
Zu Beginn des Jahres 2011 ging die CEKAtec nach einem Management Buyout aus der Zweigniederlassung der deutschen CEKA Elektrowerkzeuge AG + Co. KG hervor. Um sich abzeichnende Marktchancen im Rahmen eines konsequent umgesetzten OneStopShopKonzepts wahrzunehmen, reifte in der Geschäftsleitung damals die Erkenntnis, dass dies die Loslösung von der Vergangenheit und einen unternehmerischen Neustart verlangte. Beides wurde mit dem MBO realisiert und von über 90 der ehemals 100 Mitarbeitenden entschlossen unterstützt. Der Weg in die Unabhängigkeit verlangte vom Management, die Wandlung vom Entwickler und Hersteller von Elektrowerkzeugen zum vollumfänglichen EngineeringDienstleister für alle produzierenden Industrien in der Schweiz und darüber hinaus mit ganzem Einsatz voranzutreiben. Als eine der ersten Aufgaben wurde der Neuaufbau des Beschaffungsbereichs in die Hand genommen.

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