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Einkaufen per Handy

Einkaufen per HandyLaut einer Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz und der Zahlungsabwicklungsfirma Datatrans ist Mobile Shopping ein klarer Trend mit grossem Einfluss auf eCommerce. Das Internet ist kabellos fast überall verfügbar, sei es via WLAN oder Mobilfunknetze.

Immer mehr Anbieter drängen in den Online-Markt, daher steigt auch der Konkurrenzkampf, so ein Ergebnis der Studie. Klar im Trend liegt das Online-Bestellen per Handy. Den Durchbruch schaffte das iPhone mit seinem App-Konzept.

Gleichzeitg ist aber die proprietäre geschlossene Systemwelt von Apple eine Barriere für die weitere Entwicklung. So müssen Anbieter Mobillösungen für unterschiedliche Plattformen entwickeln, was wiederrum Kosten und zusätzliche Komplexität mit sich bringt. Der rastlose Nutzer mit ewiger Hast und Nonstopp-Präsenz freut sich, denn Konkurrenz belebt auch im Mobile Commerce das Geschäft und drückt die Preise.

Spontan und intuitiv handeln und einkaufen
In diesem Jahr wird erstmals die Schwelle von 5 Milliarden Mobilfunkanschlüssen weltweit überschritten. Bis zum Jahresende soll ihre Zahl von 4,5 Milliarden um 12 Prozent auf 5,1 Milliarden anwachsen. Über die Hälfte der Erdbevölkerung ist mit einem Mobiltelefon ausgerüstet, viele davon sind sogenannte Smartphones und ermöglichen den Zugriff auf das Internet.

Zu den Smartphone-Besitzern gehören die ständig erreichbaren Business-Nutzer und die Altersklasse der über 30-jährigen Besserverdiener. Sie sind weniger preisempfindlich und verfügen über eine höhere finanzielle Absicherung als der durchschnittliche Standard-Handybesitzer.

Aus Nutzersicht ermöglichen mobile Internetanwendungen immer spontaneres und situativeres Handeln und Einkaufen. Offensichtlich entspricht das dem Megatrend zur Mobilität und dem Wunsch des modernen Menschen nach immer mehr Flexibilität. Viele der Mobile-Commerce-Anwendungen lassen sich noch mit den klassischen Online-Anwendungen vergleichen. In Zukunft wird aber erwartet, dass Mobile Shopping neue Services und Geschäftsmodelle hervorbringt, weil es über Merkmale verfügt, die die klassischen Internetanwendungen nicht haben.

So kann der Nutzer über das Mobilfunknetz sicherer identifiziert werden als im Internet, und zudem schafft die genaue Lokalisierung des Nutzers neues Potenzial für Location Based Services wie Wegbeschreibungen oder lokale Wetterinformationen. Und nicht zuletzt verfügen viele Handys über eine integrierte Kamera. So entstehen im Zusammenhang mit Strichcodes ganz neue Interaktionsformen, wie etwa ladenschlussunabhängige Bestellungen.

Shopping rund um die Uhr
Mithilfe der eingebauten Kamera wird der Strichcode auf dem Produkt eingelesen und über die Internetverbindung lassen sich so die Preise vergleichen und weitere Produktinformationen abfragen, ohne dass eine Taste gedrückt werden muss. Durch die Preistransparenz kann für den Handel eine neue Wettbewerbssituation entstehen. Denn der Faktor Transparenz erhöht die Preissensibilität des Konsumenten, wodurch die Wichtigkeit des Preises im Kaufentscheidungsprozess steigt und es zu einer Preisspirale nach unten kommen kann.

Aber auch der altgediente Einkaufszettel erhält Konkurrenz, denn der ortsunabhängige und direkte Zugriff auf Informationen versetzt den Konsumenten in die Lage, schnell und einfach die Produkte zu finden, die seine individuellen Bedürfnisse am besten erfüllen. Dabei wird der Kunde durch zahlreiche Mobile-Commerce-Lösungen unterstützt. Viele davon nutzen das Gepir-Netzwerk von GS1 Schweiz, denn es liefert die zu jedem Produkt notwendigen Herstellerinformationen.

Gepir steht für Global GS1 Electronic Party Information Registry und ermöglicht die Suche nach Unternehmen in über 90 Ländern weltweit. Gepir – das sind die gelben Seiten der Supply Chain im Taschenformat. Mehr als eine Million Unternehmen sind im virtuellen Nachschlagewerk von GS1 registriert. Sie alle nutzen das weltweite GS1 System zur Identifikation ihrer Produkte. Sie wollen wissen, wer hinter der Barcodenummer auf dem Früchtemüsli steckt? Ganz einfach. Wie an der Kasse im Supermarkt scannen sie mit ihrem iPhone den Strichcode. Die Nummer wird aus dem Barcode ausgelesen und eine Anfrage an Gepir gestartet. Die iGepir-Applikation liefert Informationen zu Produkt und Hersteller direkt auf den Bildschirm, und das schnell und überall. iGepir gibt’s als App zu kaufen.

Immer besser und schneller
Betrachtet man das Einkaufserlebnis für alltägliche Güter, so gibt es bereits einige umgesetzte Konzepte. Zahlreiche kleine Programme für das Erstellen der persönlichen Einkaufslisten sind im AppStore erhältlich. Damit lassen sich Listen erstellen, die den wöchentlichen Einkauf bezüglich Kosten und Wegstrecken optimieren sollen. Die Applikation speichert die letzten Einkaufslisten und gibt Empfehlungen, wo man diese oder ähnliche Produkte aktuell am günstigsten findet.

Die Durchdringung des Mobile Commerce ist auch themen-beziehungsweise branchenabhängig. Interessant sind derzeit die Programme für das mobile Ticketing. So existieren für die Bestellung von Bahnfahrkarten und Flugtickets bereits zahlreiche mobile Prototypen, die auch schon gut funktionieren und angenommen werden. Ähnlich gut funktionieren würden sicher auch Hotelbuchungsdienste, die ortsabhängig entsprechende Übernachtungsvorschläge liefern und eine direkte Reservierung ermöglichen. Das Smartphone führt uns durchs Leben und liefert ständig personalisierte Produktempfehlungen in einer sich immer schneller drehenden Zeit. Ob es nun die eingebaute Kamera ist, der integrierte Barcodescanner oder der RFID-Connector: in Zukunft wird es zahlreiche Möglichkeiten geben, wie Offline-Produkte in die Online-Welt übertragen werden.

Joachim Heldt

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