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«Man kann sich immer weiterentwickeln»

In seiner bisherigen Berufslaufbahn liess Thomas Weibel vieles auf sich zukommen. Doch die Weiterbildung zum diplomierten Logistikleiter absolvierte er mit einem ganz bestimmten Hintergedanken.

Fragt man Thomas Weibel nach seinem beruflichen Werdegang, fällt oft das Wort «Zufall». Dadurch könnte leicht der Eindruck entstehen, seine bisherige Laufbahn sei das Ergebnis diverser ungeplanter Geschehnisse. Spätestens auf den zweiten Blick lässt sich jedoch unschwer erkennen, dass man es mit einem Logistiker zu tun hat, der sein Handwerk von der Pike auf gelernt und sein Fachwissen gezielt mit Weiterbildungen erweitert hat. Für seine Lehre als Lagerist bei der in der Veterinärmedizin tätigen Firma Dr. E. Gräub AG habe er sich damals entschieden, weil der Ausbildungsort nahe an seinem Wohnort lag und ihm der Beruf bereits durch seinen Vater bekannt war. «Von meinen Eltern habe ich ausserdem mitbekommen, dass man nie ausgelernt hat und sich immer weiterentwickeln kann.» Deshalb war es für Weibel nach dem Lehrabschluss und der anschliessenden Rekrutenschule klar, dass er sein Wissen weiter ausbauen wollte. Nach dem Militärdienst kehrte er in seinen Lehrbetrieb zurück, wo er mit einem neuen Vorgesetzten arbeitete. «Dieser hatte die Weiterbildung zum Logistikfachmann absolviert und ermunterte mich, dies ebenfalls ins Auge zu fassen.» Er habe keine konkreten Karriereabsichten gehegt, die Ausbildung quasi «ins Blaue» hinaus in Angriff genommen und 2009 abgeschlossen, erzählt der heute 34- Jährige.

Der Banknachbar als Jobvermittler
Der Lehrgang sollte für seinen weiteren Berufsweg entscheidend sein – wenn auch durch Zufall, wie Weibel erklärt: «Mein damaliger Banknachbar arbeitete beim Milchverarbeiter Emmi. Er fragte mich, ob ich am Standort in Ostermundigen einsteigen wolle.» Zu diesem  Zeitpunkt war der junge Berufsmann bereits neun Jahre in seinem ehemaligen Lehrbetrieb angestellt und ein Wechsel kam ihm gelegen. «Denn dort boten sich mir keine längerfristigen Perspektiven mehr.» Er nahm das Angebot seines Bekannten an und wurde Mitarbeiter Leitstand/Disposition und Lager in der Tiefkühllogistik bei Emmi – 2013 lagerte das Unternehmen diesen Logistikzweig aus.

Fachwissen erweitern
Die zufällige Verkettung verschiedener Vorkommnisse spielte auch bei Weibels Entscheidung mit, sich erneut fortzubilden: Aufgrund der Auslagerung der Tiefkühllogistik wechselte er Anfang 2013 an den Emmi-Standort Zollikofen. Dort übernahm er nach knapp einem Jahr die Funktion als Leiter Logistikbetrieb. «Nach dieser Beförderung und einem weiteren Arbeitsjahr, in dem ich Erfahrungen sammelte, wurde mir bewusst, dass ich mich für den Lehrgang zum Logistikleiter anmelden würde. Nicht zuletzt, um mein Fachwissen zu erweitern.» Denn Thomas Weibel führte unterdessen 25 Mitarbeitende und war unter anderem für das Budget des Logistikbetriebs und dessen Einhaltung verantwortlich. Ausserdem verlangte seine Funktion auch die Prozessüberwachung und -optimierung sowie die Definition und Umsetzung von Zielen für seinen Verantwortungsbereich.

Ideen in Worte fassen
Im Diplomlehrgang zum Logistikleiter von GS1 Schweiz habe er insbesondere gelernt, ein Thema oder eine Fragestellung strukturiert anzugehen: «Wir haben zahlreiche Instrumente vermittelt bekommen, um Probleme in verschiedenen Bereichen systematisch anzugehen», so der gebürtige Berner. Er, der sich selber als pragmatischen und querdenkenden Arbeitstypen bezeichnet, sei heute mit den nötigen Fachbegriffen vertraut, um in Diskussionen Sachverhalte qualifiziert zu benennen. «Während der Weiterbildung erwies sich mein persönliches Zeitmanagement als grösste Herausforderung », erinnert sich Weibel. Vor allem das Verfassen der Diplomarbeit habe ihn viel Zeit gekostet. «Ich bin es nicht gewohnt, Ideen in Worte zu fassen. Deshalb bereitete mir das Schreiben etliche Mühe. Unterstützung habe ich dabei vor allem von meinem Coach erhalten. » Zur Vorbereitung auf die Prüfungen setzte Weibel auf das Pauken in der Lerngruppe, wobei ihm das gemeinsame Zusammenfassen des Lernstoffs speziell gut geholfen habe.

Wissen für die Personalführung
Zufall oder nicht: Zeitgleich mit dem erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs 2017 nahm Thomas Weibel eine neue berufliche Herausforderung an: Beim Käsehändler Baumann Käse AG – das eigenständige Unternehmen gehört zur Emmi-Gruppe und ist Untermieter am Standort Zollikofen – kam es just in diesem Jahr zu einer Betriebsreorganisation. Weibel, der den Betrieb aufgrund seiner nahe gelegenen bisherigen Arbeitsstelle gut kannte, wurde für die Neuorganisation des Logistikbereichs angefragt. «In diesem Zusammenhang führte ich viele Gespräche mit den acht Logistikmitarbeitern. Dabei war das im Lehrgang erworbene Wissen im Bereich Personalführung enorm hilfreich», so Weibel.

Mit Arbeitsorts- und Funktionswechsel und den damit verbundenen beruflichen Herausforderungen sowie der Weiterbildung zum diplomierten Logistikleiter waren die vergangenen fünf Jahre für Thomas Weibel sehr intensiv. Deshalb entschloss er sich zu Jahresbeginn für eine Auszeit: Im Sommer geht er auf Reisen.

Julia Konstantinidis


Zur Person
Thomas Weibel ist 1984 in Bern geboren und aufgewachsen. Nach einer Lehre zum Lageristen und der Rekrutenschule kehrte er in den Ausbildungsbetrieb zurück und arbeitete während weiteren neun Jahren bei der Firma Dr. E. Gräub AG. 2009 schloss Weibel die Ausbildung zum Logistikfachmann ab und wechselte gleichzeitig zum Milchverarbeiter Emmi an den Standort Ostermundigen. Dort war er als Mitarbeiter Leitstand/Disposition und Lager in der Tiefkühllogistik tätig. Ab Anfang 2013 arbeitete Weibel am Emmi-Standort Zollikofen und übernahm Ende desselben Jahres die Funktion als Leiter Logistikbetrieb. 2017 wechselte er zum Käsehändler Baumann Käse AG, um nach einer betrieblichen Reorganisation den Bereich Logistik neu aufzubauen. Im Juni 2018 geht Thomas Weibel auf Reisen, vorerst in Kanada.

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