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Fit für die Praxis

Fit für die PraxisDie Verantwortlichen der Emmi Logistik AG haben in enger Zusammenarbeit mit dem Geschäftsbereich Bildung bei GS1 Schweiz eine Kaderweiterbildung gestaltet, die es in sich hatte. Angefangen hat es mit einem E-Mail von Bert Evers, Betriebsleiter bei der Emmi Logistik AG.

(hb) Eigentlich wollte Bert Evers den Kadermitarbeitern eine solide theoretische Logistikweiterbildung, kombiniert mit Emmi-spezifischen Besonderheiten, anbieten. Die Ausbildung dient als Basis für Diskussionen mit internen und externen Projektleuten.

Die innerbetriebliche Weiterbildung soll den Logistikprozess in Form eines mehrtägigen Seminars mit Grundlagen- und Vertiefungsmodulen abbilden und dabei auf firmenspezifische Eigenheiten eingehen. Mit der Weiterbildung wird das Prozessdenken im Unternehmen gefördert und der Bezug zu den vor- und nachgelagerten Bereichen und Teilprozessen aufgezeigt.

Klare Vorgaben
Als Weiterbildungsanbieter im Berufsfeld Logistik und Supply Chain Management freute man sich bei GS1 Schweiz über die Emmi-Anfrage. Das Richtziel wurde vom Unternehmen definiert und stand somit fest. Folgende Punkte waren für den Auftraggeber prioritär:

  • Die Inhouse-Schulung soll dem gesamten Logistikkader das notwendige Fachwissen im Gesamtbereich Logistik vermitteln und es sicherstellen.
  • Die Teilnehmer sollen nach der Weiterbildung die Voraussetzungen erfüllen, um im Rahmen von Projekten einen wesentlichen Beitrag zur Problemlösung im gesamten Logistikprozess zu leisten.
  • Jeder Teilnehmer soll in der Lage sein, die Einflussgrössen zu kennen, die sich auf die Lagerbestände, Kapitalbindung, Waren in Arbeit, Umschlag und auf die Logistik- Kennzahlen auswirken.
  • Für das laufende ERP-Projekt wird vom Logistikkader ein wesentlicher Beitrag zur Definition der logistischen Prozesse erwartet.

Für ein verbindliches Angebot und ein erfolgversprechendes Konzept waren aber noch einige Fragen zu klären. In welchen Bereichen arbeiten die Teilnehmenden, welche Funktionen üben sie aus, welchen Ausbildungsstand weisen sie auf? Mit welchen logistischen Problemen kämpfen das Unternehmen oder die einzelnen Bereiche? In intensiven Gesprächen wurden gemeinsam die wichtigsten Ziele festgelegt. Hans Bossard, Ausbildungsleiter bei GS1 Schweiz, macht immer wieder die Erfahrung, dass nach ein bis zwei Gesprächen eine Art Vertrauensbasis entsteht und Auftraggeber und Anbieter einen Schritt weiterkommen. Insgesamt 16 Kaderleute in leitender Stellung und über alle Standorte verteilt sowie Stellvertreter und Teamleiter kamen in den Genuss der Logistikweiterbildung. 12 Teilnehmer waren im Bereich Lager tätig und 4 Teilnehmer im Transportbereich. Das von GS1 Schweiz erarbeitete Grobkonzept:

Durchführung
 2 Gruppen mit je 8 Teilnehmenden

Dauer

  • 3 Tage Grundlagenseminar
  • 5 Vertiefungsmodule à 1 Tag
  • 2 Tage mit Emmi-spezifischer Vertiefung 

Intervall

  • 2 Tage Grundlagenseminar / 1 Tag im Abstand von einer Woche
  • 7 Einzeltage im Abstand von je 2–3 Wochen

Start Mitte September 2008


Modulares Konzept
«Unser Weiterbildungskonzept ermöglicht es, eine Kombination von bestehenden, leicht angepassten und firmenspezifischen Modulen einzusetzen, um so den Bedürfnissen des Auftraggebers zu 100 Prozent zu entsprechen. Dadurch werden die Entwicklungskosten niedrig gehalten», erklärt Hans Bossard, Leiter Geschäftsbereich Bildung bei GS1 Schweiz. Für jedes Modul wurde gemeinsam mit dem Auftraggeber der für die Teilnehmenden zu erreichende Nutzen festgelegt. Abgeleitet aus den Modulzielen wurde der Inhalt definiert und die folgenden organisatorischen und administrativen Massnahmen festgelegt:

  • Welche Seminar-/Trainingsmethode kommt zum Einsatz?
  • Art und Umfang der Teilnehmer-Unterlagen
  • Vorbereitung der Teilnehmenden auf das Seminar bzw. die Module
  • Detaillierter Zeit- und Terminplan
  • Entwicklungs- und Seminarkosten


Starke Projekte
Bei der Auswahl der Referenten kann GS1 Schweiz auf einen Dozentenpool bestehend aus über 60 Führungspersönlichkeiten, Beratern und Fachspezialisten aus der Wirtschaft zurückgreifen. Sie alle sind tagtäglich mit der Logistik und Supply-Chain-Themen auf operativer, konzeptioneller und strategischer Ebene konfrontiert. Als erfahrene Ausbilder sind sie in der Lage, ihr Wissen, aber auch Trends den Teilnehmern nachhaltig zu vermitteln.

Damit sich die Dozenten von den Emmi- spezifischen Verhältnissen ein Bild machen konnten, organisierte der Auftraggeber vor Ort ein Briefing. Die Ausbilder erhielten so wertvolle Einblicke in die Emmi-Logistikkette und konnten sich gleichzeitig auch ein Bild von der Arbeitssituation des Logistikkaders machen. Die so gewonnenen Kenntnisse wurden in die Emmi-spezifischen Module aufgenommen.

Nach der dreitätigen Grundlagenschulung formierten sich die Teilnehmenden der zwei Seminarklassen zu je vier Projektteams. Jedes Team wurde mit einem konkreten Projektauftrag konfrontiert. Bei den Arbeiten ging es um die Optimierung einzelner Abläufe unter Berücksichtigung der gesamten Emmi-Logistikkette. Konkrete Fallstudien wurden zu den Themen zentrales Logistikcenter für Nicht-Plattformkunden, zentrales Flottenmanagement für Flurfahrzeuge, Neustrukturierung der Feinverteilung und Kostenoptimierung der Logistik erarbeitet.

Für die Projektarbeit standen drei Monate zur Verfügung. Die Koordination war wichtig, denn die Projektmitglieder waren auf unterschiedliche Standorte verteilt. Die Teams trafen sich in der Freizeit, um die Aufgabenstellung unter Berücksichtigung der konkreten Vorgaben umzusetzen. Die Präsentation der Resultate sowie die Umsetzungsanträge fanden im Frühjahr 2009 statt. Die Konzernleitung beurteilte die Studienresultate und war erstaunt über die hohe Qualität der Arbeiten; sie zeigte sich sehr erfreut über den Ausgang.

«Durch die intensive Zusammenarbeit innerhalb der einzelnen Projektteams hat sich die Kommunikationskultur im mittleren und oberen Logistikkader extrem gewandelt», erklärt uns Christoph Kalt, Projektkoordinator. «Auch auf zwischenmenschlicher Ebene ist Überraschendes passiert, und dies nur zum Wohle der Unternehmenskultur», ergänzt er.


Kurs und gut
Eine Schulung mit Konzept ist das A und O für deren Erfolg. Eine gute Schulung erkennt man am roten Faden, der sich durch das Konzept zieht. Das nötige Einfühlungsvermögen der Dozenten in die zu schulenden Mitarbeitenden in Kombination mit fachlicher Kenntnis sowie didaktischen und pädagogischen Elementen zeichnen die GS1 Inhouse-Schulungen aus.

«Neben einer guten inhaltlichen Mischung setzen die GS1 Dozenten verschiedene Techniken ein, um das Wissen zu vermitteln. Dieser Mix in den Lernmethoden wird vor allem bei mehrstündigen Veranstaltungen erfolgreich eingesetzt, um den Teilnehmenden das Wissen zu vermitteln und dieses zu festigen», erklärt uns Hans Bossard. Die positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden bestätigen denn auch den Erfolg der GS1 Inhouse- Schulung.

Joachim Heldt

Stimmen zum Projekt

Christoph Kalt, Projektkoordinator und Dozent
Die grösste Herausforderung für die Dozenten war der Anspruch, nahe an den branchenspezifischen Gegebenheiten des Kerngeschäfts von Emmi zu lehren. Die Ergebnisse der Fallstudien zeigten auf, dass der Transfer in die Praxis erfüllt wurde und die Qualitätsansprüche des Kunden umgesetzt werden konnten. Es war interessant zu erleben, wie sich Mitarbeitende von verschiedenen Standorten aus unterschiedlichen Aufgabenbereichen zu Teams entwickelten, die anspruchsvolle Problemlösungen erarbeiteten. Als Dozent und Koordinator dieses Ausbildungslehrgangs profitierte ich vom Commitment der Auftraggeber während der gesamten Projektzeit.

Bert Evers, Leiter Logistik Emmi AG
Diese Schulungsreihe war die Initialzündung für verschiedene Optimierungsprojekte innerhalb der Emmi AG. Quer über alle Standorte werden jetzt die logistischen Fragestellungen intensiver analysiert, und es werden Lösungen gemeinsam erarbeitet, die unsere Dienstleistungen nachhaltig verbessern. Entscheidend für den Erfolg der Schulung war die optimale Kombination zwischen Theorie und Emmi-Praxis.

Max Peter, Mitglied der Konzernleitung Emmi AG
Stillstand heisst Rückschritt. Dies gilt auch für das Thema Ausbildung. Die Aufgaben und die Verantwortung, welche dem mittleren Kader übertragen werden, nehmen laufend zu. Dieser Trend, zusammen mit zunehmenden Anforderungen an die logistische Leistung für unsere Kunden und zunehmende Prozessintegration durch die Informatik, war Auslöser für die Ausbildungsinitiative. Ausbildung darf aber nicht reine Konsumation von Theorie sein. Deshalb mussten Anforderungen wie die Integration Emmi-spezifischer Themen, die Erstellung einer Projektarbeit, die Bereitschaft zu Leistungen ausserhalb der Arbeitszeit und die Abgabe eines Ausbildungszertifikats berücksichtigt werden. Die Teilnehmenden haben mit ihrer Motivation, ihren Leistungen und einer gelebten überbetrieblichen Kommunikationskultur gezeigt, dass der eingeschlagene Weg erfolgreich und auch richtungweisend für andere Bereiche ist. Weitere Programme sind deshalb schon in Umsetzung. Fokussierte Ausbildung bleibt eine Herausforderung für uns alle – Leitungsebene, Kader, Mitarbeitende und Anbieter.

Hans Bossard, Leiter Geschäftsbereich Bildung, GS1 Schweiz
Die Atmosphäre, die erreichte verbesserte Kommunikationskultur im Logistikkader und die fachlichen Resultate des Inhouse-Weiterbildungsprojektes bei Emmi haben einmal mehr bewiesen, dass die Inhouse-Schulung die effizienteste und effektivste Art ist, Mitarbeitende und Kader auf die Zukunft einer Unternehmung, eines Geschäftsbereichs vorzubereiten. Dieses Inhouse-Projekt hat mit allen Beteiligten die gesetzten Ziele erreicht.


 

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