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«2025 wollen wir die ersten Güter unterirdisch bewegen.»

Peter Sutterlüti, Präsident und Delegierter des Fördervereins Cargo sous terrainPeter Sutterlüti, Präsident und Delegierter des Fördervereins Cargo sous terrain (CST ), verfolgt wohl die zurzeit innovativste Güterverkehrsverlagerungs-Idee in der Schweiz: ein unterirdisches Tunnelsystem. Mit Sutterlüti sprach GS1 network exklusiv über den Status quo der Machbarkeitsstudie und den Rückhalt aus der Branche.

GS1 network: Was antworten Sie Kritikern, die dem Projekt Cargo sous terrain ein ähnliches Schicksal prophezeien wie den letztlich gescheiterten Projekten Cargolifter oder Cargocap?
Peter Sutterlüti: Genau um das zu verhindern, machen wir eine detaillierte Machbarkeitsstudie. Diese ist in erster Linie vom Markt getrieben. Das heisst: Das System wird nicht von der Technik, sondern aufbauend auf den Bedürfnissen der Nutzer konzipiert. Zudem geht es nicht nur um eine Infrastrukturkomponente, sondern um ein End-to-end-System, das dem Verlader die Logistikprobleme ab Rampe bis zum Empfänger und retour abnimmt. So sollen möglichst viele Paletten auf unser System geladen werden.

Organisiert dieses System auch das Verpacken und Kommissionieren?
Nein. CST wird bereits verpackte Güter in Palettenform aufnehmen. Das System übernimmt die Waren in den da- für vorgesehenen Hubs ab Rampe von anderen Verkehrsträgern und transportiert sie von A nach B beziehungsweise verteilt sie bis zum Empfänger. Auch die Kommissionierung geschieht vorgelagert.

Bestätigt diese Vorgehensweise bereits Ihre Machbarkeitsstudie?
Noch nicht. Diese wird voraussichtlich im Frühjahr 2015 fertiggestellt sein.

Woher kommt das Geld dafür?
Von verschiedenen Mitgliedern und Investoren, namentlich den Hauptinvestoren BKW, ein bedeutendes Schweizer Energiedienstleistungsunternehmen, Die Mobiliar, die älteste private Versicherungsgesellschaft der Schweiz, Swisscom als grösstes Schweizer Telekomunternehmen, der Schweizerischen Post, der Firma CargoTube als Initiator des technischen Konzepts sowie von der Interessengemeinschaft des Detailhandels Schweiz. Ebenfalls zu den Unterstützern zählt der Bund.

Von wie hohen Investitionen sprechen wir?
Für die Machbarkeitsstudie, inklusive Vorarbeiten für die Umsetzung, rechnen wir mit drei Millionen Franken. Was die Erstellung des CST-Systems anbelangt, muss zuerst das Ergebnis der Machbarkeitsstudie abgewartet werden. Bereits heute Zahlen zu nennen, wäre nicht seriös.

Spüren Sie für CST den notwendigen Rückhalt aus der Transportbranche?
Ganz klar, ja. Das geht allein schon aus den Mitgliedschaften im Förderverein hervor. Das Interesse aus der Branche ist gross. Wie immer sind manche aber auch noch abwartend.

Wann erwarten Sie den Startschuss für CST im Best Case?
Neben dem Resultat der Machbarkeitsstudie ist der anschliessende Go-Entscheid vom Umsetzungskonzept und von den Investoren abhängig. Das lässt sich leider noch nicht mit Datum benennen.

Wo genau wollen Sie starten?
Das erste Angebot ist aus dem Raum Härkingen bis in die City von Zürich geplant. Der Ausbau in Richtung anderer Zentren erfolgt sukzessive. CST steht für ein Netzwerk, ein Logistiksystem, das die wichtigsten Logistik- und Versorgungszentren der Schweiz verbindet.

Und wann sollen die ersten Güter unterirdisch bewegt werden?
2025.


Die Fragen stellte Tim-Oliver Frische.

 

Zur Person
Peter Sutterlüti ist Präsident und Delegierter des Fördervereins Cargo sous terrain (CST ). Er ist Betriebsökonom und Managing Partner der Firma simpuls ag, die in der Projekt- und Geschäftsentwicklung tätig ist. Davor war Sutterlüti Mitglied der Konzernleitung der Schweizerischen Post. Sutterlüti präsidiert auch den Verband der privaten Post-Dienstleister KEP&Mail.

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