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«Wir sind stolz auf das Erreichte»

Die Auszeichnung mit dem SLA ist für Hydrospider ein grosser Schritt nach vorn. Thomas Niederer, Geschäftsführer des Unternehmens, erläutert seine Zukunftspläne.

Was bedeutet der SLA für Hydrospider und die Projektpartner?
Thomas Niederer: Der Gewinn des Swiss Logistics Award ist für uns, für das ganze Wasserstoff-Ökosystem, eine grosse Ehre und Anerkennung für das, was die Partner in relativ kurzer Zeit gemeinsam geleistet haben. Zugleich ist der Preis Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und das System weiter auszubauen.

Gibt es bereits internationales Interesse am Konzept?
In der Fachwelt ist unbestritten, dass grüner Wasserstoff im Bereich des Schwerverkehrs grosses Potenzial hat, um die Dekarbonisierung entscheidend voranzutreiben. Entsprechend spüren wir von vielen Seiten grosses Interesse an unserem Geschäftsmodell und erhalten immer wieder Anfragen.

Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit der Projektpartner?
Von Anfang an war die Zusammenarbeit innerhalb des Ökosystems stark partnerschaftlich geprägt. Selbst Konkurrenten wie Migros und Coop oder verschiedene Tankstellenbetreiber haben sich vereinigt, um das Ökosystem aufzubauen. Das gemeinsame Ziel verbindet nicht nur, sondern spornt uns gegenseitig an. Wir leisten hier Pionierarbeit!

Was hat besser, was weniger gut funktioniert als erwartet?
Wir dürfen stolz sein auf das, was wir bisher erreicht haben. Grosse Herausforderungen sind die Logistik und der Umstand, dass es in der Schweiz weiterhin erst eine Produktionsanlage und ein noch relativ dünnes Tankstellennetz gibt. Die Redundanz des Systems ist noch nicht auf dem wünschbaren Stand. Aber wir bauen etwas ganz Neues auf und dies braucht seine Zeit.

Für wie viele Lkws reicht die Kapazität der aktuellen Produktionsanlage?
Mit der 2-MW-Produktionsanlage in Gösgen können wir bei Volllast 250 bis 300 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr produzieren, was in etwa dem jährlichen Bedarf von 40 bis 50 Lkws oder 1700 Personenwagen entspricht.

Welche weiteren Ausbaupläne hat Hydrospider selbst?
In den nächsten Monaten liegt der Fokus auf dem Ausbau der Produktion von grünem Wasserstoff und der Optimierung der gesamten Lieferkette, um die wachsende Nachfrage abdecken zu können. Derzeit gibt es in der Schweiz mehrere Projekte zur Produktion von grünem Wasserstoff – unlängst erfolgte zum Beispiel in St. Gallen der Spatenstich zur Produktionsanlage Kubel von SAK und Avia Osterwalder.

Wie viele Brennstoffzellen-Lkws fahren aktuell in der Schweiz, wie viele sollen es Ende 2022 sein?
Aktuell sind 46 Brennstoffzellen-Lkws von Hyundai im operativen Betrieb auf Schweizer Strassen unterwegs. Bis Ende 2023 sollen es 1000 Lkws von Hyundai sein, bis Ende 2025 lautet der Plan 1600 Lkws. Offen ist, ob noch andere Hersteller Brennstoffzellen-Fahrzeuge auf den Schweizer Markt bringen werden.

Die Fragen stellte Alexander Saheb.
 
 

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