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Wertschöpfung in den Griff bekommen

Wertschöpfungskette in den Griff bekommenDer Supply Chain Manager ist verantwortlich für die erfolgreiche Steuerung der Wertschöpfungskette. Als firmenübergreifender Prozessgestalter plant und optimiert er entlang der gesamten Supply Chain Bestände und Kapazitäten und hält den lückenlosen Informationsfluss aufrecht.

(hb) Als Kompetenzzentrum für Logistik, Supply- und Demand-Management sowie Prüfungsträger für Berufs- und Höhere Fachprüfungen hat GS1 Schweiz mit dem Lehrgang Supply Chain Manager/in ein neues Berufsbild definiert.

Die entsprechende Prüfungsordnung und die Wegleitung zur eidgenössischen Höheren Fachprüfung liegen vor. Das Anerkennungsverfahren beim Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) wird in diesen Wochen gestartet.

Das Projekt SwissSupplyChain – SSC
Im Rahmen des vom BBT lancierten Projekts SwissSupplyChain wurden die notwendigen Kompetenzen auch für Logistikkader neu eruiert. GS1 Schweiz wird ab Herbst 2010 mit neuen Prüfungs- und Lehrgangskonzepten zu den folgenden Abschlüssen starten:

  • Logistikfachmann/-frau mit eidg. Fachausweis
  • Eidg. dipl. Logistikleiter/in
  • Eidg. dipl. Supply Chain Manager/in

Die Vorbereitungslehrgänge sind auf die neu konzipierten Berufs- und Höheren Fachprüfungen ausgerichtet, deren Trägerschaft bei GS1 Schweiz liegt.
Die folgenden Informationen zeigen interessierten Nachwuchskaderleuten, Vorgesetzten, Personalentwicklern sowie Berufsberatern auf, mit welchen Schwerpunktthemen und auf welchem Weg sich das Ziel «eidg. dipl. Supply Chain Manager/in» erreichen lässt. Die Starts der ersten Lehrgänge sind für Herbst 2010 geplant.

Das Berufsbild des Supply Chain Managers
Der Begriff Supply Chain Management (SCM) bzw. Lieferkettenmanagement bezeichnet die Organisation und das Management aller Aufgaben von der Lieferantenwahl und Beschaffung über die Produktionswirtschaft bis zur Distribution. Insbesondere beinhaltet SCM die Koordination und Zusammenarbeit aller beteiligten Partner entlang der Wertschöpfungskette. Es zielt auf eine langfristige (strategische), mittelfristige (taktische) und kurzfristige (operative) Verbesserung von Effektivität und Effizienz von Wertschöpfungsketten ab. SCM setzt die Erkenntnis um, dass Lieferketten und nicht Einzelunternehmen im Wettbewerb zueinander stehen und daher ein Management der gesamten Lieferkette erforderlich ist. Der Supply Chain Manager bzw. die Supply Chain Managerin hat folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Orientierung am Endkunden
  • Steigerung der Kundenzufriedenheit durch bedarfsorientierte Lieferung
  • Garantie, die durch ein Service Level Agreement (SLA) vereinbarte Verfügbarkeit von Leistungen aufgrund einer Kosten-Nutzen-Betrachtung
  • Raschere Anpassung an die Änderungen des Marktes
  • Reduzierung des Peitscheneffekts (bullwhip effect)
  • Senkung der Lagerbestände in der gesamten Supply Chain
  • Kostenvorteile durch ganzheitliche Optimierung des Lieferprozesses über mehrere Stufen hinweg Vereinfachung des Material-, Informations- und Finanzflusses
  • Sicherstellung des adäquaten Einsatzes von ICT-Werkzeugen
  • Optimierung von Liefer- bzw. Durchlaufzeiten
  • Gewährleistung der richtigen Qualität
  • Sicherstellung der Einhaltung gesetzlicher oder unternehmerischer Rahmenbedingungen (Compliance)

Die Arbeit eines Supply Chain Managers beinhaltet wiederkehrende Linien- und komplexe Fachaufgaben in allen Bereichen der Logistik (Beschaffung, Produktion, Distribution, Lager, Transport und Entsorgung) sowie in der Anwendung der dazugehörenden Informatiktools und in den daraus resultierenden Belangen des Finanz- und Rechnungswesens.

Sinn und Zweck der Zweiteilung
Die Verbände ASTAG, GS1 Schweiz, SVBL, SVME und Spedlogswiss haben eine gegenseitige Anerkennung der Modulprüfungen vereinbart. Die sieben Module, unter SSC Managementkompetenz (Grafik 2) aufgeführt, gelten zukünftig als Voraussetzung für die Zulassung an allen Höheren Fachprüfungen der fünf Verbände und somit auch für die Prüfungen zum/zur dipl. Logistikleiter/in und zum/zur dipl. Supply Chain Manager/in. Die gegenseitige Anerkennung bedeutet, dass beispielsweise ein dipl. Einkaufsleiter (Trägerschaft bei SVME) nach neuem Konzept für die Zulassung zur Höheren Fachprüfung zum dipl. Supply Chain Manager diese Module weder im Vorbereitungslehrgang noch als Bestandteil der Höheren Fachprüfung absolvieren muss.

Eidgenössisches Diplom und Bildungsnachweis
Der Lehrgang bildet die Grundlage zur eidgenössisch anerkannten Höheren Fachprüfung zum/zur eidg. dipl. Supply Chain Manager/in, die von GS1 Schweiz durchgeführt wird. Alle Teilnehmenden erhalten einen GS1 Bildungsnachweis, sofern sie mindestens 80 Prozent des Lehrganges besucht haben. Als einzige Schweizer Institution verleiht GS1 Schweiz den Absolventen das Zertifikat der europäischen Logis tik-Dachorganisation ELA (European Logistics Association, Brüssel). Der Ausweis berechtigt dazu, den europäisch anerkannten Titel European Senior Logistician zu tragen.

Subventionen der Kantone
Seit 1. August 2009 unterstützen verschiedene Kantone die GS1 Weiterbildung ihrer Einwohner in der höheren Berufsbildung mit namhaften finanziellen Beiträgen. Davon können die Teilnehmenden unserer Lehrgänge zum/zur Logistikfachmann/-frau mit eidg. Fachausweis, eidg. dipl. Logistikleiter/ in und eidg. dipl. Supply Chain Manager/in profitieren. Interessierte erkundigen sich über die nebenstehenden Kontaktadressen.

Hans Bossard
Leiter Geschäftsbereich Bildung GS1 Schweiz

Joachim Heldt l GS1 Schweiz, Bern

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