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«Das Fachwissen des Dozenten hat mich beeindruckt »

Für Thomas Bachmann, Leiter Einkauf am Universitätsspital Basel, ist Unique Device Identification (UDI) das Thema der Stunde. Im UDI-Weiterbildungsseminar von GS1 Switzerland profitierte er vom enormen Know-how des Dozenten.

Thomas Bachmann ist Einkäufer durch und durch: Schon während seiner kaufmännischen Lehre bei der Einkaufsgenossenschaft des Schweizerischen Autogewerbeverbandes sei der Geschäftsbereich Einkauf sein Thema gewesen. «Man kann sagen, dass ich mein ganzes bisheriges Berufsleben im Einkauf tätig war», meint der heute 48-Jährige. In den Jahren nach der Berufsausbildung sammelte der gebürtige Burgdorfer in diesem Fach Erfahrung in der Energie-, der Wellness-, der Pharma- und der Gesundheitsbranche. Es seien die Vielfalt und der Kontakt zu unterschiedlichsten internen und externen Anspruchsgruppen, welche diese Tätigkeit für ihn so faszinierend machten, so Bachmann. Er habe eine klassische Einkaufskarriere durchlaufen: vom operativen zum strategischen Einkäufer.

Faszinierendes Spitalwesen
Indem er sich spezialisierte, hat Thomas Bachmann im Spitalwesen ein besonders anspruchsvolles Tätigkeitsfeld gefunden. «Der Einstieg gelang mir am Berner Inselspital, wo ich vor 20 Jahren eine Stelle im Einkauf antrat und verantwortlich für Warengruppen der Hauswirtschaft war», erklärt Bachmann. Heute leitet der Beschaffungsprofi den Einkauf am Universitätsspital Basel (USB). «Die Arbeit in einem Spital ist äusserst faszinierend, da das Produktesortiment verschiedenste Warengruppen umfasst, von Lebensmitteln bis zu künstlichen Herzklappen.» Besonders interessant sei für ihn die Arbeit mit dem medizinischen Material, für die er sich kontinuierlich neues Wissen angeeignet und sich dafür zum Teil auch vor Ort bei Patientenbehandlungen informiert habe. Bachmann weiss, dass der Einkauf ein wichtiges Rädchen in einem gut laufenden Spital-Getriebe ist: «Wir übernehmen Verantwortung, indem wir dafür sorgen, dass die Ärztinnen, die Ärzte und das Pflegepersonal das richtige Material zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung haben.» Dafür sei einerseits ein fundiertes Produktewissen nötig andererseits aber auch Verhandlungsgeschick. «Mit guten Verträgen können wir die Versorgungssicherheit gewährleisten und einen Beitrag zur Erreichung der wirtschaftlichen Unternehmensziele leisten.»

Prozesse verbessern mit UDI
In Bachmanns Metier hat die Patientensicherheit oberste Priorität. Dazu gehört, dass Artikel identifiziert und rückverfolgt werden können. Am USB werden alle Artikel mit ihren Stammdaten im ERP erfasst und zusätzlich mit der Global Trade Item Number (GTIN) versehen. Für Bachmann ist dies mit Blick auf die Zukunft ein «Must»: «UDI und somit die GTIN werden im Rahmen der neuen Medical Device Regulation ab 2020 in der Schweiz obligatorisch. » Er ist überzeugt, dass sich mit UDI logistische Prozesse verbessern lassen. «Verbrauchte Produkte können über den entsprechenden Barcode im Operationssaal gescannt werden, das vereinfacht den Abrechnungsprozess. Ebenso werden dadurch die logistischen Prozesse wesentlich einfacher, etwa der Wareneingang oder die Inventarisierung. » Dank standardisierter Artikelstammdaten erhöhe sich zudem deren Qualität und auch die Übernahme ins ERP des Spitals werde erleichtert.

Proaktiv agieren 
Die Einführung der Medical Device Regulation in zwei Jahren bringe für die Spitäler grosse Änderungen und damit auch Unsicherheiten mit sich, so Bachmann: «Fast alle Medizinalprodukte werden neu zertifiziert und in einer zentralen Datenbank registriert. Auch die Hersteller von Medizinprodukten müssen deshalb in Zukunft die entsprechenden neuen UDI-Vorgaben einhalten. » Hier sei man von der Industrie abhängig, betont der Fachmann. Weil er erfahren wollte, wie sensibilisiert die Hersteller auf das Thema UDI bereits sind und welche Anforderungen auf die gesamte Branche zukommen, besuchte er das UDI-Weiterbildungsseminar bei GS1 Switzerland. Der eintägige Anlass sei abwechslungsreich verlaufen, Präsentationen hätten sich mit Praxisübungen und Diskussionen abgewechselt. «Sehr beeindruckt war ich vom Dozenten Roland Weibel. Er ist ein absoluter Fachmann für dieses Thema und hat ein beeindruckendes Know-how», schwärmt Bachmann. Der Besuch des Seminars habe ihn in seiner Meinung bestätigt, dass schon jetzt kein Weg an UDI vorbeiführe. «Gleichzeitig zeigte es mir auf, dass Lieferanten und Produzenten noch viele offene Fragen zum Thema haben.» Auf diese Erkenntnis reagierte Bachmann mit Eigeninitiative. «Als Mitglied der Einkaufskooperation Medsupply, der sieben Schweizer Spitäler angehören, werden wir gemeinsam auf Lieferanten und Produzenten zugehen, um im direkten Kontakt zu erfahren, wie sie sich auf die Umstellung vorbereiten. »

Von der Weiterbildung profitieren
Für Thomas Bachmann ist Lifelong Learning fester Bestandteil seiner Arbeit: «Ich habe mich in meiner bisherigen Laufbahn kontinuierlich fortgebildet. » So bildete sich Bachmann zum Marketingplaner IFKS und zum eidgenössisch diplomierten Einkäufer sowie Einkaufsleiter weiter und erwarb ein Certificate of Advanced Studies (CAS) als Projektmanager. Nebst diesen umfassenden Lehrgängen besucht er regelmässig Seminare und Kurse zu den Themen Führung und Management sowie Produkteschulungen. «Im Einkauf muss man sich dauernd über Neuerungen auf dem Laufenden halten. Die Digitalisierung verändert unsere Branche stark, dazu kommen immer wieder rechtliche Aspekte und neue Produkte. » In erster Linie wolle er von einer Weiterbildung direkt profitieren, sprich: «Das Gelernte muss im Alltag umsetzbar sein. Für mich ist eine Weiterbildung ein Mittel zur Zielerreichung. Denn daran wird man in der Berufswelt gemessen.»

Julia Konstantinidis

Letzte Änderung amMontag, 01. Oktober 2018
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