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35 Tonnen Kartoffeln, 10 Tonnen Karotten und 5 Tonnen Zwiebeln pro Stunde

Das Abschieben der Gebindetürme, die Gebindevereinzelung, die Abstapelung und das Aufrichten der zusammengeklappten Gebinde erfolgen vollautomatisch.Die Fenaco-Tochter Steffen-Ris AG setzt neue Massstäbe. 35 Millionen Franken hat das Unternehmen in die Erweiterung des Leistungszentrums in Bätterkinden investiert, um Betriebsabläufe zu optimieren und Kapazitäten auszubauen.

Verteilt über die ganze Schweiz werden 13 Leistungszentren betrieben. Um deren Effizienz zu sichern und angesichts des harten Margendrucks die Produktionskosten so tief wie möglich zu halten, werden diese Anlagen laufend modernisiert. Allein in den letzten fünf Jahren hat die Fenaco einen Gesamtbetrag von rund 100 Millionen Franken in den Aus- und Umbau der Lager- und Verarbeitungsbetriebe investiert.

Kurze Wege
Das Projekt unter dem Namen «fresh & cool» in Bätterkinden umfasst eine Erweiterung der Bruttogeschossfläche von bisher 16 000 auf über 24 000 Quadratmeter. Im Investitionsvolumen von rund 35 Millionen Franken waren der Neubau einer Lagerhalle für insgesamt 8000 Tonnen Kartoffeln und Karotten sowie die Erweiterung der Speditionsinfrastruktur auf 2000 Quadratmeter enthalten. Schliesslich wurde auch die Produktionsfläche um 3000 Quadratmeter erweitert.
Die Erneuerung der Betriebseinrichtungen beinhaltete eine zusätzliche Aufbereitungs- und Packstation mit elektronischer Qualitätssortierung für Kartoffeln sowie eine Karottenverarbeitungslinie auf dem neusten technischen Stand. Das Gebäude wurde so konstruiert, wie es die Produktionsprozesse verlangen, damit die Warenströme auf kürzesten Wegen optimal umgesetzt werden konnten. Der Bau wurde vollständig nach Minergiestandard erstellt.
Der Intralogistik-Spezialist Gilgen Logistics AG aus Oberwangen wurde mit der Lieferung eines Fördersystems beauftragt, welches die benötigten Leergebinde in der richtigen Menge und zum richtigen Zeitpunkt vollautomatisch ab der Palette in der Behälterbereitstellungszone an die Kommissionierplätze transportiert. Die Hauptziele waren eine rasche Verfügbarkeit der Leergebinde am Verpackungsstandort, eine Leistungssteigerung beim Abfüllen in die Gebinde und ein rasches Abführen und Palettisieren der Gebinde unter Berücksichtigung von ergonomischen Arbeitsplatzeinrichtungen. Nach 19 Monaten Bauzeit wurde Mitte August 2013 der Erweiterungsbau des Leistungszentrums eingeweiht.

Mittels Eingabe auf einem Touchscreen am Bedienpanel können die Mitarbeitenden die verschiedenen Leerbehältertypen und die Gebindemengen für die Kommissionierung anfordern.Schnell, fehlerfrei und ergonomisch
Zum Einsatz kommen drei Behältertypen, zwei Sorten von IFCO-Gebinden sowie ein Gebinde der Migros. Die IFCO-Gebinde werden jeweils zusammengeklappt auf Paletten gestapelt angeliefert. Vor der automatischen Zuführung an die Kommissionierplätze in den Produktionsbereichen müssen die Leergebinde depalettiert werden. Die Aufgabe der Paletten auf die Anlage erfolgt mittels Gabelstapler. Das Abschieben der Gebindetürme, die Gebindevereinzelung, die Abstapelung und das Aufrichten der zusammengeklappten Gebinde erfolgen vollautomatisch.
Die leeren Europaletten werden automatisch gestapelt, mit dem Gabelstapler manuell entfernt und im Blocklager zwischengepuffert. Nach der Abstapelung und Vereinzelung der Gebinde erfolgt der Transport mittels Elevatoren auf eine Förderhöhe von 4,2 Metern. Die Ausschleusestellen sortieren die Gebinde in die Produktionsbereiche «Karotten» oder «Kartoffeln» und überführen sie in sogenannte Loops, wo sie zwischengelagert werden.
Auf den einzelnen Rundläufen befinden sich Behälter jeden Typs. Im Automatikbetrieb erfolgt die Bedienung der Anlage über die Stationspanels an den Arbeitsplätzen in den beiden Produktionsbereichen. Mittels Eingabe auf einem Touchscreen am Bedienpanel können die Mitarbeitenden die verschiedenen Leerbehältertypen sowie die gewünschten Gebindemengen für die Kommissionierung anfordern. Die angeforderten Behälter werden schnellstmöglich an den entsprechenden Kommissionierplatz gefördert und an den Arbeitsplätzen auf ergonomischer Höhe auf Rutschen bereitgestellt. Das Steuerungssystem managt die Empfangsprioritäten an den Kommissionierplätzen, die Speicherloops sowie die Behälterbereitstellungszone.
Über eine Statusanzeige ist der Benutzer über den aktuellen Anlagenzustand informiert. Da ein grosser Teil des Fördersystems in 4,2 Meter Höhe installiert ist, wurden für den technischen Dienst mobile Bedieneinheiten eingeplant. Sämtliche Förderelemente lassen sich über WLAN mit den Simatic Mobile Panels bedienen. Bei Störungen oder Optimierungen kann auf das System über Fernzugriff via VPN-Verbindung zugegriffen werden.
Die grösste Herausforderung bei der Umsetzung des Projekts bestand darin, dass die Integration der Anlage bei laufendem Betrieb ausgeführt werden musste. Die Leistungsdaten des Neubaus in Bätterkinden sind eindrücklich: Die Lagerkapazität beläuft sich jetzt auf 24 000 Tonnen. Pro Stunde bereiten 80 Mitarbeitende auf hochmodernen Anlagen 35 Tonnen Kartoffeln, zehn Tonnen Karotten und fünf Tonnen Zwiebeln auf.
Mit neuster Technologie und weitgehend automatisierten Prozessen konnten bezüglich Effizienz und Produktqualität neue Massstäbe gesetzt werden. Das Ziel, die Betriebsabläufe zu optimieren und die Kapazitäten auszubauen, wurde zur Zufriedenheit aller Beteiligten erreicht.

Walter Landtwing

Gilgen Logistics
Die international tätige Gilgen Logistics AG ist eine führende Anbieterin von Gesamtsystemen für die In-house-Logistik. Ihre Kernkompetenzen umfassen Fördersysteme, Lagersysteme, Automatisierung, IT-Lösungen, Verladetechnik, Spezialgeräte und Kundendienst. Mit dem breiten Produkt- und Leistungssortiment bietet sie komplette Logistiklösungen mit Eigenprodukten für die Realisierung von einfachen bis komplexen Gesamtsystemen an.
Weitere Informationen: www.gilgen.com

Steffen-Ris und Fenaco-Genossenschaft
Die Steffen-Ris AG ist ein Tochterunternehmen der Genossenschaft Fenaco, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Schweizer Landwirte bei der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Unternehmen tatkräftig zu unterstützen. Mit dem Departement Landesprodukte, das über 400 Mitarbeitende beschäftigt und schweizweit jährlich rund 250 000 Tonnen Früchte, Gemüse und Kartoffeln lagert, verarbeitet und vermarktet, nimmt die Fenaco eine wichtige Scharnierfunktion zwischen den Produzenten, der Lebensmittelindustrie und dem Detailhandel wahr.
Weitere Informationen: www.steffen-ris.ch

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